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tonstudio51.ch
Beat Muhr
Tannackerstr. 16c
CH-8632 Tann
055 260 24 24
Wetter

Unterrichtsdauer

  • Stundenverteilbeispiel Herbst 2008
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  • Liebe Eltern, liebe Schüler

    Ich gelange mit einem speziellen Anliegen an Sie. Es geht um die Dauer des Instrumentalunterrichts. Schullektionen dauern 45 Minuten. Für den Instrumentalunterricht können Sie wählen, ob die Lektion 30- oder 40-Minuten lang dauern soll.
    Ich wünsche mir, um es geradeaus zu sagen für Ihr Kind eine Lektionslänge von 40 Minuten. Weshalb, werden Sie sich wohl fragen?
    Ihr erster Gedanke wird auch der Preisunterschied sein; nochmals Fr. 170.- mehr! Ich werde in meinen Ausführungen zuerst das Geld drannehmen und dann die pädagogischen Argumente. Fr. 740.- kostet ein Semester mit 40-Minuten Lektionen. Ich finde diesen Preis zu hoch. Andere Kantone subventionieren z.B. viel mehr. Das Gesetz sagt, dass die Instrumentalunterrichtskosten zu 50% von den Eltern getragen werden sollen. Geht es um Schulgelderhöhungen, halten sich die Schulpfleger daran. Auch wenn sie es vielleicht anders wollten, durch das Gesetz sind ihnen die Hände gebunden. Die einzige legale Möglichkeit ist, dass sie individuell und auf ein Gesuch hin, den Unterricht vergünstigen können. Ich möchte Ihnen deshalb Mut machen, ihrem Kind eine 40-Minuten Lektion zu ermöglichen und ein Gesuch an die Ortsschulleitung zu schreiben mit der Bitte um Schulgeldermässigung.
    Prinzipiell können Sie die Lektionsdauer Semesterweise ändern. Würde Ihr Gesuch abgelehnt, können Sie immer noch auf dreissig Minuten wechseln. Ich erhoffe mir durch Ihr Gesuch auch ein wenig politischen Druck. Die dreissig Minuten Lektionen haben nämlich beängstigend zugenommen. Seinerzeit, als das Musikschulgesetz noch nicht existierte und die Lektionslänge zur Diskussion stand, reagierte die Presse mit Schlagzeilen wie “Kurzarbeit im Musikunterricht”, “Ist der Musikunterricht bald nur noch als "Kurzfutter in 30 Minuten Häppchen" erschwinglich?” usw. Nun die pädagogischen Argumente aus meiner Sicht. Primär der Gegensatz zur Schullektion. Weshalb sollte ein Instrumentallehrer das Wunder vollbringen, in dreissig Minuten dasselbe zu erreichen wie ein Volksschullehrer, der dafür 45 Minuten Zeit hat?
    Für das Grundsätzliche nehmen wir ein Beispiel. Eine häufig verwendete Klavierschule ist die Aaronschule. Sie umfasst hauptsächlich zwei Bände mit je 60 Stücken. Nach diesen beiden Heften hat der Schüler viele nötige Grundlagen für andere Hefter oder Stile erlernt. Ein durchschnittlicher, zeitlicher Stundenablauf sieht ungefähr so aus: Je ca. 10Min. für Fingerübungen, erstes und zweites Stück. Bei vierzig Minuten Unterricht würde noch ein drittes Stück drinliegen. Dies klingt für die
    einzelne Stunde nicht so dramatisch. Aber der Schüler mit 40 Minuten Unterricht ist nach diesem Schema ein ganzes Semester früher fertig mit dieser Grundschule! (Zwei Semester à 40 Minuten kosten Fr. 290.- weniger als drei Semester à 30 Minuten.) Einige weitere Argumente:
    Nach meiner Erfahrung wünschen die Schüler so ab der sechsten Klasse (Pubertätsbeginn) selber ausgewählte Stücke zu spielen. Dinge aus der Hitparade, Boogies usw.. Mein Ziel ist es, die Schüler bis dahin so weit zu bringen, dass dies möglich wird. Bei 30 Minuten Unterricht wird dieses Ziel schwieriger zu erreichen. Bis zur sechsten Klasse war es noch nie ein Problem gewesen, genügend Übezeit zu haben. Warum also diese Zeit nicht ausnützen? Warum den ersten Eifer beim Erlernen einschränken? Vieles muss zuerst erklärt werden und braucht seine Zeit. Ich kann schon schneller reden. Bei den Kontrollfragen muss ich aber die Antworten abwarten. So wird mein Tempo automatisch angepasst. Zusammenhängende Theorie muss ich oft über mehrere Lektionen verteilen, damit wenigstens ein Stücklein zum Spielen da ist. Oft reichen 30 Minuten nicht, um etwas Neues zu festigen, sprich, zu wiederholen. Manchmal genügt das Einmalige durchspielen, andere Male aber nicht. Im letzten Fall weiss der Schüler daheim nicht mehr, wie es geht und kann deshalb nicht üben; Das nenne ich “Null-Wochen” - Lernerfolg gleich null. (”Nullwochen” kosten aber auch.) Beim langsamer lernenden Schüler lohnt sich die längere Zeit, um zu Vertiefen, zu Wiederholen und um wirklich eine Aufgabe mit nach Hause zu nehmen, die verstanden wurde.
    Der begabte Schüler kann schneller an den Punkt gebracht werden, wo auch er üben muss. Vorige Energie und Kapazitäten können gefördert und ausgenützt werden. Mein Ziel des Unterrichts ist, mich als Lehrer “überflüssig” zu machen. Der Schüler sollte fähig sein; Noten auszuwählen, zu kaufen, selber zu üben und das Geübte entspricht ziemlich dem Notenbild. Dazu braucht es im Durchschnitt rund acht Jahre bei 40-Minuten Lektionslänge. Bei 30-Minuten Lektionen ist dieses Ziel in ca. 11 Jahren erreicht... 40 Minuten sind für mich die optimale Länge des Musikunterrichts. Hinter diesem Satz stecken viele Jahre Erfahrung, alle obigen Argumente und Unterricht von rund vierzig Schüler pro Woche. Das Anliegen ist mir so wichtig, dass ich gerne eine Reaktion von Ihnen wünsche. Sie haben die Wahl:
    A.) 40Min./Woche
    B.) Mein 30/40-Modell*
    C.) 30Min./Woche
    (*zu B: Sie bleiben bei 30 Min. Der Unterricht dauert aber 40 Minuten. Die Mehrzeit wird mit 5 Ausfällen pro Halbjahr kompensiert. Bsp.:) Stundenverteilung Frühlingssemester 2008 Zu was entscheiden Sie sich?
    Sollten sie weitere Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.
    Mit freundlichen Grüssen
    Beat Muhr
    Tannackerstr. 16 c
    8632 Tann-Rüti
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